Newsletter November I

Wie gestalte ich eine Rede interaktiv und lasse die Zuhörer direkt daran teilhaben?
Wie verhindere ich, dass mir das Publikum nicht mehr zuhört?

Um das Publikum in eine Rede einzubinden und daran teilhaben zu lassen, verwendet man idealerweise  direkte Aufforderungen. Natürlich gibt es dazu viele verschiedene Techniken. Am besten eignen sich meiner Ansicht nach Hand-Hoch-Fragen (Abstimmungsfragen). Dazu stellen Sie dem Publikum eine Frage und geben den Leuten nur die Möglichkeit mit „Ja“ oder „Nein“ zu antworten. Diese Antwort wird dann mit einem simplen Handheben beantwortet. Nachdem Sie Ihre Frage gestellt haben, hängen Sie noch ein: „Hand hoch!“, an, denn nur dann wissen die Zuhörer was genau zu tun ist und werden aufgefordert an ihrer Rede aktiv teilzunehmen.

Beispiel: „Wer von Ihnen ist mit dem Auto hierher gekommen? Hand hoch!“

Der große Vorteil dieser Frageart ist, dass Sie schnell und ohne großen Aufwand ein Ergebnis erzielen, die Zuhörer werden aktiv und Sie etablieren sich als Meinungsführer. Wichtig ist aber auch, dass Sie diese Technik richtig einsetzen. Denn oft höre ich bei dieser Technik Beispiele von Teilnehmern wie: „Gibt es ein denn ein schöneres Gemälde als das?“ Das wäre dann aber eine Einschätzungsfrage, denn das ist nicht eindeutig zu beantworten. Eines steht dann auf jeden Fall fest, Sie werden keine brauchbare Reaktion des Publikums bekommen.

Tipp:
 Falls Sie auf ein spezielles Ergebnis hoffen, können Sie Ihre Frage schon gezielt formulieren. Denn aufgrund der tief verankerten Angst eines jeden, sich öffentlich zu blamieren, wird niemand aufzeigen, der sich seiner Sache nicht ganz sicher ist. Also fragen Sie so, dass jeder der für Ihr gewünschtes Ergebnis ist, nicht aufzeigen muss. So bleiben die Hände aller unentschlossener unten. Natürlich kann man diese erweiterte Technik nur bei Fragen zu Meinungen verwenden. Welche guten Techniken es noch gibt, erfahren Sie in weiteren Newslettern oder Sie wollen es richtig lernen und besuchen ein Seminar.

Beispiel: „Wer von Ihnen glaubt, dass der neueste Regierungsbeschluss ausreichend war?“

Sie sollten diese Technik also anwenden, wenn Sie wollen, dass sich ihre Zuhörer mehr von Ihrer Rede merken, sie aktiv teilnehmen und dadurch davon ausgehen, dass Sie ihre Meinungen ernst nehmen.

Zum Abschluss noch ein paar Beispiele für Hand-Hoch-Fragen:
  • Wer von Ihnen hat ein Sparbuch? Hand hoch!
  • Wer von Ihnen denkt, das Schlagfertigkeitsseminar, das wäre was für mich?  Hand hoch!
  • Wer von Ihnen spricht Englisch? Hand hoch!

Max Cortolezis